Die Vielfalt der WC Systeme
Neben dem visuellen Erscheinungsbild des Sitzporzellans im modernen
Bad weisen die am Herstellungsmarkt der sanitärkeramischen Industrie zur
Verfügung stehenden Bauarten heutiger WC Becken bestimmte Eigenschaften
auf, dessen bevorzugte Entscheidungsfindung größtenteils vom persönlichen
Bedarf sowie den Gewohnheiten und Ansprüchen des Benutzers abhängt.
Den hauptsächlichen Unterschied hierbei bilden die zwei möglichen
Ausführungen des WC und die technischen Voraussetzungen im Badezimmer
für die jeweilige Installation.
Stand WC oder Hänge WC?
Neben dem althergebrachten, mittlerweile
eher nostalgischen Stand WC gewinnt in den letzten Jahren das Hänge WC an fortwährend zunehmender Bedeutung, da dieses den Vorteil aufweist,
den Boden unter ihm bequem reinigen zu können und es zudem weniger klobig
wirkt wie ein Stand WC, welches beispielsweise beim Abfluss nach unten
zusätzlich ein entsprechendes Bodenloch voraussetzt.
Es besteht allerdings
bei vielen Stand WC auch die Möglichkeit, das Abflussrohr in die
Wand zu führen, sodass der untere Teil lediglich als festes Standbein
dient.
Das freischwebende Hänge WC löst auf komfortable
Art und Weise unser altes Klosett mit großen Schritten
auch aufgrund ästhetischer, platzbedingter und hygienischer Aspekte
immer mehr ab. Das Hänge WC ist zuverlässig, reinigungsfreundlich und vor allem
funktionell, da die Sitzhöhe selbst bestimmt werden kann und mit diesem
höhenvariablen Vorteil sogar behindertengerecht und bestens für Kinder
geeignet. Auch in ihrer Belastbarkeit stehen sie einem Stand WC nicht nach.
Edelstahl WC
Wer der Keramik überdrüssig ist, könnte Gefallen an den neuartigen
Toilettenbecken aus rostfreiem Edelstahl entwickeln, welche jedoch bisher nur
selten den Einzug in private Haushalte wagten. Verwendung finden solche Materialien
in mobilen Toilettenanlagen, Zügen und dergleichen. Ein Edelstahl WC
ist in jedem Falle noch recht ungewöhnlich für das eigene Badezimmer
und wird zum jetzigen Zeitpunkt eher ausschließlich von Individualisten
bevorzugt.
Je nach Art des Toiletten Beckens und des Geruchsverschlusses hält der
Markt zwei grundverschiedene Bautypen bereit, zwischen denen es sich zu entscheiden
gilt. Zur Auswahl stehen hier das Tiefspül WC und die Flachspüler.
Ob die Wahl eines Flachspülers oder eines Tiefspülers sinnvoller erscheint,
ist zum einen reine Ansichtsache und anderenteils die eigene Erfahrung, mit
welcher Variante man sich persönlich wohler fühlt. Beide Möglichkeiten
haben ihre Vor- und Nachteile, welche in den folgenden Sätzen erörtert
werden.
WC Flachspüler
Der gebräuchlichste Typ hierzulande ist seit langer Zeit der Flachspüler.
Die Ausscheidungen treffen bei dieser Bauform auf eine flache, mit wenig Wasser
gefüllte horizontale Auffangplattform oder Mulde und werden erst mit dem
Spülen ins Abwassersystem geleitet. Der s-förmig geschwungene Ablauf
zum Siphon ist vorn gelegen.
Tatsache und auffälligster Nachteil eines Flachspül WC ist die
eher starke Geruchsentwicklung. Für private Haushalte und öffentliche,
in sich geschlossene Einrichtungen ist ein Flachspüler daher weniger geeignet,
es sei denn, man hat beste Belüftungsvoraussetzungen. Allenfalls ist eine
gründliche Bürstenreinigung nach jedem großen Geschäft
erforderlich.
Es müssen ebenso entsprechende bauliche Voraussetzungen gegeben
sein. Fachtechnisch nicht korrekt installierte Toiletten lassen möglicherweise
den Alptraum zu, dass die Fäkalien es schlimmstenfalls nicht bis in die
Kanalisation schaffen und nach kurzer Zeit zurückkommen.
Der
jedoch nicht zu unterschätzende Vorteil eines Flachspül WC ist bei Notwendigkeit aus gesundheitlicher
Sicht die unkomplizierte Entnahme einer Stuhlprobe als Kontrollmöglichkeit.
Medizinisch gesehen hat daher ein WC mit Flachspülung weiterhin Vorrang.
Flachspüler sind in der Ausführung als Hänge WC oder als bodenstehendes
Modell erhältlich.
WC Tiefspüler
Weltweit setzt sich eindeutig der Tiefspüler durch und auch in unseren
Breitengraden verliert das Flachspül WC mehr und mehr an Bedeutung, zumindest
für den privaten Gebrauch. Ein geruchsdämpfender, tief liegender Wasserspiegel
fängt die Ausscheidungen ohne Umwege auf, barrierefrei direkt im Siphon.
So wird der bei einem Tiefspüler der Kontakt zwischen Raumluft und Exkrementen verhindert und extrem
unangenehme Gerüche können nicht entstehen.
Der Wasserverbrauch eines
Tiefspül WC ist durchaus geringer als bei einem Flachspüler. Bei europäischen
Tiefspül Systemen transportiert das beim Spülen einlaufende Wasser
die Fäkalien nahezu ohne Rückstände im Becken in die Kanalisation.
Das beliebteste unter ihnen ist das Kaskaden WC, auch Zungen WC genannt, da
der Ablauf zum Siphon wandseitig angelegt ist.
Der befürchtete, meist als
äußerst unhygienisch empfundene Nachteil des Zurückspritzens
des Wassers bei festem Stuhl wird durch die spezielle Bauform des Tiefspülers weitestgehend
eingedämmt. Vertraut man dieser Aussage weniger, so ist diesem Problem
leicht abzuhelfen, indem vor der Benutzung ein wenig Toilettenpapier auf dem
Wasserstand platziert wird.
Mit dem Grundwissen allerdings, dass Toilettenwasser
qualitativ dem Leitungswasser gleichzusetzen ist, lässt sich für die
meisten Menschen auch ein wenig Spritzwasser in Kauf nehmen und somit nicht
nur Wasser, sondern ebenso WC Papier einsparen und vor allen Dingen wunderbar
durchatmen.
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